Lachen ist gesund
Jeden Donnerstagabend um 19.00 Uhr lädt die Lach-Yoga-Lehrerin Angela Mecking hier alle Interessierten zum Lachen ein. Dabei spielen Alter, Beweglichkeit oder Vorkenntnisse keine Rolle. Auch ein besonders lustiger Mensch muss man nicht sein, denn dies sei genau das Prinzip des Lach-Yoga, sagt Angela Mecking: „Auch wenn du nichts zu lachen hast, oder wenn dir das Lachen schwer fällt, kannst du ins Lachen kommen, und zwar einfach nach dem Motto „Fake it until you make it“.
Bei verschiedenen Klatsch- Atem- und pantomimischen Übungen gilt es, durch das „So-tun-als-ob“ ins Lachen zu kommen. Übungen wie das imaginäre Motorradfahren oder die Stille-Lach-Post, bei der statt einem Wort ein Lachen weitergeflüstert wird, sollen das Spielerische und Kindliche in den Teilnehmenden wecken und Ängste abbauen. Zwischendrin werden immer wieder rhythmische Klatschübungen eingeschoben, bei denen die Leute klatschend und mit lauten „Ho-ho-Hahaha“-Rufen durch den Raum gehen. Das Klatschen stimuliert die Handreflexzonen, die nach der traditionellen asiatischen Medizin Organen und Gehirnbereichen entsprechen und diese anregen. Durch das Hohoho-Lachen soll das Zwerchfell aktiviert und Bronchien und Lunge gereinigt werden.
Für mich ist es die erste Lach-Yoga-Stunde meines Lebens. Die heute anwesenden Mit-Lacher sind schon länger dabei, und das merkt man sofort. Einige kichern schon bei den ersten Übungen los, und vor allem flattern sie ganz selbstverständlich als Hühner durch den Raum, als wäre es das Normalste der Welt. Ich bin bei meinen ersten Flugversuchen noch sichtlich verkrampft, und das Lachen will sich nicht so recht einstellen.
Anfängliche Schwierigkeiten vergehen bei regelmäßiger Teilnahme laut Angela Mecking jedoch schnell. Sobald man seine Hemmungen, sich vor den anderen Teilnehmern lächerlich zu machen, über Bord geworfen hat, kommt das Lachen von ganz allein. Da Lachen ja bekanntlich ansteckend ist, hilft es, den Blickkontakt mit den Mit-Lachern aufzunehmen. Ein Blick in ein lächelndes oder lachendes Gesicht löst auch bei einem selbst zumindest ein Lächeln aus. Und natürlich duzt man sich, denn es fällt leichter, auf du zu lachen.
Nachdem wir uns bei verschiedenen Übungen gegenseitig massiert, uns lachend auf die Schultern geklopft und uns zwischendurch bei Atemübungen entspannt haben, geht es jetzt in die letzte Lach-Runde. Dazu legen wir uns alle rücklings im Kreis auf den Boden, die Köpfe zeigen zum Kreisinneren. Und dann wird gelacht, geprustet, gekichert, gewiehert und gegackert, was das Zeug hält. Bei diesem freien Lachen muss sogar ich als Lach-Yoga-Neuling ab und zu mit kichern.
Bis jemand beim Lach-Yoga nicht mehr künstlich, sondern wirklich lachen kann, ist ganz individuell. Bei Angela Mecking ging das sehr schnell: „Ich hatte das Glück, dass ich schon in der ersten Stunde so richtig toll loslachen konnte. Damals lag ein Mann neben mir, der ein so ansteckendes Lachen hatte, dass ich gar nicht mehr aufhören konnte“.
Doch auch wenn es mit dem richtigen Lachen nicht gleich klappt, hat Lach-Yoga positive Auswirkungen, so Mecking: „Die Wirkung für den Körper ist auch schon da, wenn ich nur so tue, als ob. Es heißt ja, schon alleine durch ein Lächeln kann ich meine eigene Stimmung ins Positive beeinflussen, und das Lachen wirkt im Grunde genauso“.
Bleibt man dabei, stellen sich auf Dauer mehrere positive Nebenwirkungen ein: Der Gesamtstoffwechsel wird angeregt, Stresshormone werden abgebaut und das Herz-Kreislauf-System trainiert. Viele Teilnehmer berichten auch, durch Lach-Yoga besser einschlafen zu können und sich nicht mehr so häufig zu erkälten. Hinzu kommt, dass sich durch häufiges Lachen die eigene Lebenseinstellung und Ausstrahlung positiv verändern.
Während Lach-Yoga vor einigen Jahren in Deutschland kaum bekannt war, scheinen sich die positiven Wirkungen des Lachens nun herumgesprochen zu haben. In den meisten Städten gibt es heute schon Lach-Yoga-Kurse, und die Zahl der Angebote wächst ständig. Auch in Berlin ist die Lach-Gemeinschaft groß, es finden Lach-Treffs, Lach-und-Tanz-Partys und Seminare statt. Die aktuellen Termine findet man unter www.hauptstadt-lacht.de
Seit 1998 wird an jedem ersten Sonntag im Mai der Weltlachtag begangen, dieses Jahr war das der 2. Mai. In Berlin traf sich die Lach-Gemeinde an diesem Tag an den Global Stones im Tiergarten, zu einer Lachyoga-Schnuppersession und gemeinsamem Picknick. Normalerweise ist auch Angela Mecking mit dabei, dieses Jahr hatte sie allerdings keine Zeit. Denn anlässlich des Weltlachtags fand in Bad Meinberg im Teutoburger Wald ein ganz besonderes Ereignis statt: Der erste deutsche Lach-Yoga-Kongress unter dem Motto „Leben.Lieben.Lachen“ wurde ausgerichtet. Bestimmt wurde dabei viel gelacht, es standen aber auch ernste Themen auf dem Programm, wie zum Beispiel „Therapieerfolge mit Lach-Yoga bei Burn-Out“ oder „Lach-Yoga zur Behandlung von Parkinson“. Das Programm kann man sich unter www.hauptstadt-lacht.de/27533.html ansehen.
Meine persönliche Bilanz nach meiner ersten Lach-Yoga-Stunde: Verschwitzt, müde und wieder um eine tolle Erfahrung reicher. Und auch, wenn es mit dem Lachen noch nicht so richtig geklappt hat, fühle ich mich irgendwie zufrieden.
Infos:
Homepage von Angela Mecking: www.lachen-verbindet.de
Veranstaltungen Lach-Yoga Berlin www.hauptstadt-lacht.de
Lach-Yoga im Kreativhaus: www.kreativhaus-tpz.de/web/lachyoga
Termin: Donnerstags
Uhrzeit: 19:00 - 20:00 Uhr
Kosten: 5 € (Einzelstunde) / 30 € (Zehnerkarte)


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