Rico, Oscar und die Tieferschatten
Mann, Mann, Mann. Da hat man schon mal keine Schule, und dann soll Rico auch noch Ferientagebuch führen. Echt nervig. Dabei dauert das bei Rico auch noch immer länger als bei anderen. Er ist nämlich „tiefbegabt“.
Viele Leute halten deshalb ihn für doof, wie der Herr Fitzke aus der Wohnung oben. Der begrüßt ihn sogar mit „Na, kleiner Schwachkopf?“ und sagt ihm, er soll sich ein Gehirn kaufen. Also echt, manche Leute haben kein Benehmen, findet Rico. Und keine Ahnung. Mama hat recht, der Fitzke ist ein Saftsack.
Denn würde jemand der blöd es ist es hinkriegen, einen richtigen Kriminalfall zu untersuchen, so wie Rico es macht?
Rico ist nicht dumm
Denn Rico hat natürlich ein Gehirn, und ein schlaues noch dazu. Er denkt genau so viel wie andere Leute, nur dauert das eben etwas länger. „An meinem Gehirn liegt es nicht, das ist ganz normal groß. Aber manchmal fallen ein paar Sachen raus, und leider weiß ich vorher nie, an welcher Stelle“, schreibt er in sein Tagebuch.
Deshalb ist es sehr praktisch, dass Rico in der Dieffenbachstraße in Berlin-Kreuzberg wohnt und zur Schule geht. Die Straße ist nämlich schnurgrade. Da brauch er sich keine Sorgen machen, verloren zu gehen, obwohl er „ein Orientierungsvermögen wie eine besoffene Brieftaube in einem Schneesturm bei Windstärke 12“ hat. In seinem Haus kennt er sich auch aus. Bis auf den Fitzke sind die meisten da auch richtig nett.
Ein neuer Freund
Richtig freut sich Rico, als er dann zufällig Oscar kennnlernt. Das ist ein ganz seltsamer kleiner Kerl, der superschlau ist. Weil er so viel weiß, weiß er aber auch, wie viel so schiefgehen kann und trägt immer einen Motorradhelm. Statistsich gesehen sind Unfälle nämlich sehr wahrscheinlich, meint er, und auch sonst redet Oscar noch eine ganze Menge. Er ist nämlich hochbegabt, und damit ergänzen er und Rico sich ziemlich gut. Weil sie beide anders sind als die meisten wissen sie auch, wie schwierig das sein kann. „Es ist merkwürdig,“ findet Rico, „dass die Leute mit einem nicht so Schlauen praktisch genauso wenig anfangen können wir mit einem nicht so Dummen.“
Der Aldi-Entführer geht um
Zusammen versucht das ungleiche Team dann, den neuesten Kidnapperfall von Berlin aufzuklären. Der Aldi-Entführer, auch Mr. 2000 genannt, weil er immer nur 2000 Euro Lösegeld will, treibt seit Monaten sein Unwesen und entführt Kinder. Bis jetzt sind die immer alle heil zurück nach Hause gekommen, aber wer weiß wie lange das noch gutgeht?
Dann wird Oscar zum neuesten Opfer von Mr. 2000. Jetzt ist Rico gefragt. Um Oscar wiederzufinden fährt er sogar alleine in einen anderen Stadtteil Berlins, obwohl es ihm schon schwer fällt links und rechts nicht zu verwechseln, wenn er eine Straße schon tausend Mal gelaufen ist. Aber seinen Freund kann er nur deshalb nicht im Stich lassen und so ermittelt Rico auf eigene Faust.
Eins steht schon mal fest, dass er so eine spannende Geschichte in sein Ferientagebuch schreiben kann, das hätte Rico wirklich nicht gedacht. Wer mehr über sein Abenteuer erfahren und außerdem noch wissen will, was Tieferschatten sind, sollte dieses Buch unbedingt lesen.
Rico, Oscar und die Tieferschatten von Andreas Steinhöfel
Empfohlen ab 10 Jahren
ISBN-10: 3551555516
12,90 €




